Wirtschaftsmediation in München
München ist eine wirtschaftliche Perle in Deutschland: Niedrige Arbeitslosenquote, guter Beschäftigungsmix und zahlreiche DAX-Unternehmen bieten eine hervorragende Ausgangsbasis für die Tätigkeit von Wirtschaftsmediatoren. München ist “nur” die Landeshauptstadt Bayerns, aber Zentrum eines wirtschaftlich sehr starken Großraums, der je nach Betrachtung bis Augsburg und Ingolstadt reicht (Metropolregion).

München – Vom Millionendorf zur Geldmaschine
Im Jahre 2010 meldete die Satistik 1.367.165 Einwohner für München. Wegen der Zweitwohnungsbelegung könnten es realistisch gerechnet aber auch ein paar weniger gewesen sein. Obwohl offiziell immer wieder gemeldet wird, dass der Stadt der Raum für Wohnen ausgeht, war München die einzige Großstadt mit einem spürbaren Wachstum in den letzten Jahren.
Die Metropole der Vollbeschäftigung
Genau 690.111 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer meldete die Statistik für 2009. Das bedeutet rechnerisch, dass in München rund 500 Sozialversicherte auf 1.000 Einwohner kommen. München war aber unter allen deutschen Großstädten diejenige mit der niedrigsten Arbeitslosen-Quote von 4,7 Prozent. Die Jobmaschinen der Metropolitanregion München, wie der Flughafen Franz-Josef-Strauß, das zweite Drehkreuz der Lufthansa, oder Audi Ingolstadt sind hier noch nicht berücksichtigt. Beim Städtranking belegt München beinahe konstant den 1. Platz der untersuchten Großstädte (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft). Das Feri Institut Bad Homburg sieht München bei den Städten mit den besten ökonomischen Aussichten 2009 nur noch auf Platz 2 (Capital).

Für jeden etwas
München hat einen gut durchmischten, attraktiven Beschäftigungsmix. Schwerpunkte sind mit 19,9 Prozent die allgemeinen Dienstleistungen, mit 18,9 Prozent Handel, Gastgewerbe und Verkehr, mit 15,9 Prozent das verarbeitende Gewerbe und mit 10,9 Gesundheit und Soziales. Der Banken- und Versicherungsstandort München verfügt über 8,6 Prozent der Arbeitsplätze und der Verlags- und Kommunikationssektor über 7,1 Prozent. München gilt unter anderem nach New York als zweitgrößter Standort für Buchverlage in der Welt. Der zukunftsfähige Branchenmix hat sich in den Krisen der letzten Jahre als äußerst stabil erwiesen. Die vor Jahren noch wegen ihrer Schulden gescholtene Stadt hatte 2009 nur noch eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1.670 Euro, und der mit 2.600 Euro nur mäßig verschuldete Freistaat Bayern kann sich eine Förderung seiner Hauptstadt noch leisten.
Einzelhandel für alle Preisklassen
Münchens Bewohner verfügten im Jahr 2010 über eine Durchschnittskaufkraft von 24.879 Euro (acxiom Deutschland), und München führte damit als kaufkräftigste Großstadt Deutschlands noch deutlich vor Frankfurt (21.910 Euro), Stuttgart (21.270 Euro) und Hamburg (19.975 Euro). In München wird auch seit Jahren die höchste Umsatzkennziffer berechnet. 2009 betrug sie 151,4 (BRD = 100) und lag damit deutlich vor Hamburg (121,7) und Berlin (104,0). Die Zahlen sind verlässliche Kenndaten für München als Standort des gehobenen Konsums. München hat aber auch im internationalen Vergleich als “Deutschlands Metropole mit den meisten Hochfrequenzlagen” Topmieten bei den besten Adressen.

DAX und Medien
München hat mit der weltgrößten Versicherung Allianz SE, der BMW AG, der Linde AG, der MAN SE, der Infineon Technologies AG (Neubiberg, Landkreis München), der weltweit agierenden Rückversicherung Munich Re AG und der Siemens-Zentrale sieben DAX-Unternehmen. Damit führt München vor Düsseldorf und Frankfurt am Main mit je drei im DAX notierten Unternehmen. München ist die einzige deutsche Stadt unter den ersten Zehn der Städte auf der Liste der Global-500-Unternehmen (Fortune Global 500). Als Medien- und Filmstadt ist München mit der engeren Umgebung durch zahlreiche öffentlich-rechtliche und private Rundfunk- und Fernsehanstalten von Bedeutung. In München findet man rund 250 Verlage für Zeitungen, Zeitschriften und Bücher. Der Süddeutsche Verlage veröffentlicht eine der wenigen international beachteten deutschsprachigen Tageszeitungen, die SZ. Die IDG (International Data Group Deutschland) veröffentlicht mehrere wichtige Fachzeitschriften, und die Hubert Burda Media Holding KG ist mit zahlreichen Redaktionen vertreten. Unter den Buchverlagen findet man den Deutschen Taschenbuch Verlag, den Langenscheidt Verlag, den C. H. Beck Verlag, den Carl Hanser Verlag, Droemer Knaur, den wahrscheinlich weltgrößten Kochbuchverlag Gräfe und Unzer, Oldenbourg, Piper und Prestel, sowie den zu Bertelsmann gehörenden deutschen Sitz der Random House Inc., der größten Publikumsverlags-Gruppe der Welt. Die überregional vergleichsweise kleinen Münchner Brauereien haben Weltruf.
Wissenschaft mit Tradition
In München zählt man nur 14 private und staatliche Hochschulen, allen voran die 1472 in Ingolstadt gegründete Ludwig-Maximilians-Universität und die 1868 durch König Ludwig II. gegründete Technische Universität. Mit rund 95.000 Studenten hat München aber unter den Metropolen den ausgeprägtesten Charakter einer Universitätsstadt. In Teilbereichen wie der Elementarphysik und der Biotechnologie genießt München Weltruf. Die bayerische Staatsregierung fördert vor allem die Vernetzung der beiden Elite-Universitäten mit der Wirtschaft. Unter Prinzregent Luitpold etablierte sich das königliche München Ende des 19. Jahrhunderts als Zentrum für Naturwissenschaften und Technik (Deutsches Museum, gegr. 1903). Heute ist München Mittelpunkt vieler Forschungseinrichtungen für Zukunftstechnologien und Verwaltungssitz sowohl der Fraunhofer- als auch der Max-Planck-Gesellschaft.

Mehr als das Oktoberfest
München konnte sich erst nach der Verlagerung der Messe 1998 auf das ehemalige Gelände des Flughafens Riem international als Kongress-Stadt positionieren, ist aber auf dem besten Weg, sich als ein weiteres Kongress-Zentrum in Deutschland zu etablieren. Die Messe München International (MMI) veranstaltet derzeit jährlich rund 40 Fachmessen mit 30.000 Ausstellern und über 2 Millionen Besuchern und liegt so mit Berlin etwa gleich. Die Neue Messe wird durch das M.O.C. für kleinere Spezialmessen ergänzt. Die MMI bietet in Deutschland die fünftgrößte Hallen- und die größte Freifläche (Bauma) an. Mit 9,9 Millionen Übernachtungen (2009) liegt München an zweiter Stelle beim Städtetourismus in Deutschland und konnte in 2010 über 10 Prozent zulegen. Der Münchner Flughafen ist noch vor Frankfurt der größte innerdeutsche Luftreise-Drehpunkt.
Fotos: Matthias Schimmelpfennig, München (City, Olympia Park); Niko328 (FC Bayern München); Nicole Kotschate, Müchen (Oktoberfest).

